2002 führte die „rot-grüne“ Regierung unter der Führung des großmäuligen Gerhard Schröder, SPD (suffe, poppe, danze) ein Reformprogramm ein, einschneidende negative Auswirkungen hatte und das gesamte Sozialsystem zutiefst erschütterte. Es begünstigte eine handverlesene Elite, deren Reichtum exorbitant weiterwuchs und weiterwächst, verunsicherte die vor sich hin bröckelnde Mitte, die immer schon mit einem Fuß in der Armut stand und ließ die Zahl der in Armut lebenden Menschen dramatisch anwachsen. Dem typischen SPD-Wähler, das einfache, arbeitende Volk, hat dieser soziale Kahlschlag, genannt Agenda 2010, alle bisherigen Sicherheiten entzogen. So landeten viele Menschen, die jahrelang Arbeitslosenversicherung gezahlt hatten, recht bald auf Hartz IV Niveau und viele ältere Menschen, die jahrelang brav in die Rentenversicherung eingezahlt hatten, in der Altersarmut. Wer fühlt sich da nicht verraten, zumal Deutschland zu den reichsten Ländern dieser Erde gehört.

Michael Bohmeyer und Claudia Cornelson gründeten vor nicht allzu langer Zeit, einen Verein, der der durch eine private Spendenaktion ermöglicht, einige Menschen für die Dauer jeweils eines Jahres in den Genuss eines „Bedingungslosen Grundeinkommens“ zu kommen. Dabei entscheidet das Los unter den Bewerbern. Außerdem (da Hartz-IV-Empfänger nicht teilnehmen können) bearbeitet der Verein die Verfahre gegen Hartz IV Sanktionen unentgeltlich und es gibt ein Hartz IV – Plus zu gewinnen. Bohmeyer und Cornelsen beschreiben in ihrem Buch authentisch und schnörkellos das, was das Grundeinkommen bei den Empfängern ausgelöst hat. Vom Obdachlosen bis zum sehr Wohlhabenden, aus allen Schichten werden Beispiele und Schicksale aufgeführt. Doch, was alle Empfänger definieren und schildern, ein bedingungsloses Grundeinkommen macht losgelöst, lässt Ideen fließen, steigert das Selbstwertgefühl und nimmt die Existenzangst. Dabei wird auch klar bei Betrachtung des aufgepumpten Bürokratiemonsters, dass Hartz IV begleitet, dass die Zahlung eines Grundeinkommens sicherlich preiswerter wäre, als dieses aktuelle menschenunwürdige System fortzusetzen. Allein die Kontrollorgane, die die Versklavung überwachen, verschlingen Milliarden. Und „wie Mann in den Wald hineinruft, so schallt es auch zurück“, deshalb sollten sich diejenigen nicht wundern, die so barsch und emotionslos die Hilfe verweigern, die doch in der Verfassung garantiert ist, dass das Volk anfängt zu murren. Sowohl im linken als auch im rechtsextremen/rechtspopulistischen Lager erzeugt die herablassende arrogante Amtshandeln Explosionen, die kaum mehr zu kontrollieren sind. Erschreckend ist auch die immer größer werdende Zahl derer, die nicht explodieren, sondern implodieren. Panik erzeugt mittlerweile bei einem Drittel der deutschen Arbeitnehmer zeitweilige Arbeitsunfähigkeit. Es ist schon beschämend, dass eine private Initiative wie der Verein der beiden Autoren erklären und beweisen können, mit welch einfachen Mitteln der Sozialstaat wiederhergestellt und den Menschen die Würde zurückgegeben werden könnte. Auch wenn Gerhard Schröder sich noch immer so gebärdet, als erwarte er ein Denkmal für diesen Mist von Agenda 2010, haben es zumindest langjährige SPD-Wähler quittiert. Aktuelle Umfragewerte der SPD in Berlin bescheinigen der Partei nur noch 12 %, auf Schulterhöhe mit der rechtsextremen AfD. Und Schröder, magst noch ne Fläsch Bier? Ach ja, ich vergass, er stieg ja um auf Krim-Sekt.

  • Wissen & Werte Politik/Internationale Politik Wirtschaft Gesellschaft
  • Econ
  • Hardcover
  • 288 Seiten
  • 16,- €
  • ISBN-13 9783430210072

Michael Bohmeyer, *1984, ist Gründer des Vereins “Mein Grundeinkommen”. Mit Ende 20 hatte er ein erfolgreiches IT-Unternehmen aufgebaut und lebt von den Erträgen, ohne dafür arbeiten zu müssen. Das veränderte sein Leben. Um herauszufinden, ob das allen Menschen so geht, verschenkte er das per Crowdfunding eingesammelte erste bedingungslose Grundeinkommen in Deutschland. Inzwischen arbeiten 25 Mitarbeiter für den Verein, der jährlich 3 Millionen Euro über Spenden eintreibt.

Claudia Cornelsen ist Gründerin und Geschäftsführerin einer Kommunikationsagentur in Berlin und berät Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Die gelernte Journalistin hat als Autorin und Ghostwriterin bereits zahlreiche Bücher geschrieben. Sie engagiert sich seit vielen Jahren für das Bedingungslose Grundeinkommen.