Es gibt Winter in Berlin, da glaubt der Mensch, dem Norden ganz nahe zu sein. Oliver Ménard ist der begnadete Regisseur, der das winterliche Berlin und seine Umgebung mit seiner spannungsgeladenen Handlung verschmelzen lässt. Und nicht nur das, denn er bestimmt das Tempo, hält die Zeit an und erschafft museumsreife Bilder. Ganz großes Kino!

Tobias Dorn, Kripobeamter der Berliner Mordkommission hat es gerade nicht leichte. Seine Frau hat die Scheidung eingereicht und er bemüht sich, seiner 10-jährigen Tochter trotzdem einen halbwegs entspannten Alltag zu vermitteln. Doch dann entkommt seine Noch-Ehefrau mit knapper Not dem finalen schlag eines Serienkillers. Dorn hatte ihn sieben Jahre zuvor in Polen verhaftet, nach einer Jahre andauernden Hetzjagd. Viele Frauen hatte er auf dem Gewissen. Die Besonderheit war, er ritzte seinen Opfern Botschaften in den Oberschenkel, dies waren meist Hinweise auf sein nächstes Opfer. Leider konnte der „KRATZER“, so wurde er getauft, weil seine wahre Identität immer noch nicht geklärt wurde, in Polen nach seiner Festnahme fliehen. Was Dorn jedoch völlig aus der Fassung bringt, ist, dass seiner Ex-Frau „EMMA“, der Name seiner Tochter, eingeritzt wurde. Aus Mangel an einem geeigneten Profiler, der sich diesen Fall erneut annehmen würde, muss Dorn sich ausgerechnet an einen Psychoanalytiker wenden, der Jahre zuvor selbst als psychotischer Serienkiller überführt wurde und seitdem ein wohlwollendes Leben in einer Berliner Forensik fristet. Seine Bedingung jedoch ist, dass die Journalistin Christine Leneve, die durch ihre Recherchen seine Inhaftierung initiierte, seine Mitarbeit vermittelt. Christine, die weder an Dorn, noch an den Psychotiker schöne Erinnerungen hat, erklärt sich wegen der Bedrohung Emmas einverstanden. Als Dans Ex-Kollegin von dem Kratzer ermordet wird, läuft die Jagd auf den Killer auf Hochtouren. Christine und ihr Freund Albert finden heraus, dass die Mordserie mit den Taten eines Pferderippers in Verbindung steht, die dem Ganzen vorausging. Letztendlich führt die Spur zu einem Tierarzt, der zwanzig Jahre zuvor seinen Sohn durch einen Autounfall verlor. Doch das einzige Indiz zur Identifikation damals war ein abgetrennter Finger, der auch dem Kratzer fehlt. Damit ist zumindest die Identität geklärt. Hinweise, die sich im Haus des Killers finden, weisen auf eine weit verzweigte mehrstöckige Bunkeranlage in der Nähe von Bernau hin, in die Tobias Dorn vom Killer gelockt und festgehalten wird. Christine und Albert begeben sich nach der vermeintlichen Klärung des Falles nach Frankreich, in einen kleinen Küstenort, in dem sich Christines Elternhaus befindet. Entsetzt stellt Christine jedoch fest, dass der Kampf noch nicht beendet ist. Auch Tobias Dorn stößt in Berlin auf ein Indiz, dass ihn seine Ermittlungen fortsetzen lässt.

Taschenbuch, Knaur TB
416 S., 9,99 €
ISBN: 978-3-426-52237-0

Oliver Ménard wurde 1965 in Berlin geboren. Er studierte Regie und Dokumentarfilm in Madrid und New York, danach folgte ein Hochschulstudium der Germanistik und Publizistik in Deutschland. Er arbeitet seit über zwanzig Jahren als Fernsehjournalist und lebt heute in Berlin.
Mehr zum Autor unter www.olivermenard.de