„Das Echo der Zukunft“, die lang ersehnte Fortsetzung von „Das Erbe der Seher“ geht weit über die Feststellung ‚würdevoller Nachfolger‘ hinaus. James Islington spinnt ein feines philosophisches Netz zu Moral, Ethik, Religion und Freiheit, sowie Macht und Versklavung. Großartig inszeniert.

James Islingtons Welt ist geteilt in vermeintlich Gut und vermeintlich Schlecht. Doch leider ist El, der vermeintlich gute Gott und Schöpfer dieser Welt im hohen Norden eingesperrt. Eine riesige Energiewand verhindert den Zugang zu seiner Schöpfung, in der sich sein Gegenspieler Shamaelotte aufhält. Doch El hat starke Verehrer, die unsterblich sind und in seinem Namen ‚Gutes‘ tun und die Menschen auf den rechten Pfad bringen sollen. Doch eines Tages beschließt El, seinen Plan, zurück zu kehren in seine Schöpfung, in die Tat umzusetzen. Dabei steht ihm allerdings das daracianische Imperium im Wege, das eine hochentwickelte Kultur pflegt. Er wendet sich mit dem Befehl, dieses zu vernichten, an seinen begabtesten unsterblichen Verehrer, an Ilian di Tal’kamar. Dem ist dieser Befehl zuwider, denn noch nie musste er unschuldige Menschen töten. Doch, da es Gottes Befehl ist, löscht er, bis auf wenige Überlebende, das Volk und seine Kultur aus. Von da an ändert sich Tal’kamars Leben. Es spaltet sich in heftige Gewissensbisse und Gehorsam gegenüber seinem Gott auf. Als die Spaltung immer stärker an ihm zerrte, lässt er sein Gedächtnis löschen und kehrt als ‚Caeden‘ in die Welt zurück.

Asha, Werr und Davian sind drei junge Begabte, die gemeinsam in einer Begabtenschule in Caladel aufwachsen. Jeder von Ihnen besitzt eine übersinnliche Begabung. Die Begabten sind beim gemeinen Volk nicht unbedingt beliebt. Bis vor zwanzig Jahren hatten die Begabten große Macht. Doch, nachdem einige von Ihnen diese ihre Fähigkeiten gegen das Volk richteten, wurden sie verbannt, gejagt und getötet. Eines Tages taucht ein hoher Administrant in der Begabtenschule Caladels auf und beauftragt Davian, sich in Richtung Norden zu bewegen, da sich die Energiewand aufzulösen droht. Er übergibt ihm ein Portalkärtchen, das ihm den Weg zeigen wird. In Begleitung seiner engsten Freunde Asha und Werr stößt er auf dem Weg dorthin auf den mysteriösen Caeden, der ihre eigenen Fähigkeiten um Längen übertrifft. Doch Caeden kann sich an nichts aus der Vergangenheit erinnern. Gerüchte machen die Runde, dass eine Armee und grausame Monster die Barriere bereits durchbrochen hätten. Erst als eine dieser Armeen Werrs Geburtsort, in dem sein Vater der Nordwächter ist, angreift, nehmen die Gerüchte Gestalt an. Werrs Vater stirbt bei der Schlacht und Werr wird sein Nachfolger. Doch das Volk murrt, denn Werr gehört plötzlich zu der verhassten Gruppe der Begabten. Während Davian sich mit weiteren Begabten in den Norden an die Barriere begibt, um deren Undurchlässigkeit zu überprüfen, versucht Werr sein Land und das der Nachbarn von der Gefahr zu überzeugen. Der Zustand der Barriere ist bedenklich insuffizient. Mit Caedens Hilfe gelingt es, genügend Energie zu sammeln, um die Barriere zu stabilisieren. Das Dumme ist nur, dass Asha als Batterie dienen muss. Als aus dem Norden eine wahre Invasion, geht Asha einen für sie einsamen, schmerzhaften Weg und rettet den Süden.

Klappenbroschur, Knaur TB
800 S., 16,99 €
ISBN: 978-3-426-52138-0

JAMES ISLINGTON wuchs im südlichen Australien auf. Er begeisterte sich früh für die Werke von Raymond E. Feist und Robert Jordan, aber erst Brandon Sanderson und Patrick Rothfuss inspirierten ihn dazu, selbst mit dem Schreiben anzufangen. Sein Debüt, Das Erbe der Seher, wurde auf Anhieb ein Liebling der Fantasyleser.
Zurzeit lebt James Islington mit seiner Frau auf der Mornington-Halbinsel im australischen Victoria und schreibt an der Licanius-Trilogie weiter.