Das Beeindruckende an Veit Etzolds Büchern ist sein messerscharfer Blick auf die Gegenwart, die er spannend mit historischen Ereignissen verknüpft, sodass die Kulisse Berlin so anschaulich mehrdimensional wird. Auch in der Clara Vidalis Reihe wühlt Veit Etzold gerne mal den Dreck auf, von dem der ein oder andere Schlipsträger schon gehofft hatte, er sei vergammelt. Doch auch Berlins „Vorzeigeprojekt“ der BER kommt hier nicht zu kurz.

Clara Vidalis scheint nach ihrer Hochzeit und der Geburt ihrer Tochter Victoria endlich in ruhiges Fahrwasser zu gelangen. Der Serienmörder Ingo M., der auch ihre Schwester tötete, ist tot und Clara hat ihren Frieden. Doch dann taucht plötzlich seine DNA wieder auf, an der Leiche eines Suizids. Einer der leitenden Manager des BER hat sich erhängt und an dem seil finden sich Spuren von Ingo M., der nachweislich ein Jahr zuvor verbrannte. Recherchen ergeben, dass bei dem zurückliegenden Suizid eines ehemaligen Stasi-Mitarbeiters ebenfalls diese DNA nachgewiesen werden kann. Das Team steht vor einem Rätsel. Erneut wird Ingo M’s Vergangenheit durchleuchtet. Ingo M. hatte vor seinem Tod in einem Kinderheim gearbeitet. Wie konnte ein Mensch mit einer bekannten pädophilen Ader an solch einen Job gelangen? Ein ehemaliger Mitarbeiter des Kinderheims bringt Licht in die Sache. Ingo’s Vater war ein hochrangiger Stasioffizier. Er war auch, bekannt als „Der Klempner“, weil er auf recht unorthodoxe weise die Drecksarbeit der Stasi erledigte und zwar sowohl in Ost, als auch in West. Er fand bei unbequemen Kandidaten immer das Haar in der Suppe, das ihn für die Stasi gefügig machte. Meistens in der Rubrik „sexuelle Neigungen“. Er lockte solche Querulanten in für sie verführerische Fallen, wie Sex mit Kindern, Tieren oder Dominas, filmte sie dabei und erpresste sie dann meist erfolgreich damit. Doch Ingo hat(te) einen Zwillingsbruder. Sein Spitzname lautete „der Klempner II“. Der Vater, so berichtete der ehemalige Mitarbeiter, sei zwar tot, doch sein Sohn sei den Fußstapfen seines Vaters nicht nur gefolgt, sondern habe is sogar verfeinert. Ingo’s Bruder hat sich einen neuen Namen zugelegt und es kostet dem Vidalis-Team einigen Aufwand, ihn zu ermitteln. Sie stoßen auf einen durch du durch aalglatten, in einem ausgeklügelten kriminellen Netz befindlichen, sehr reichen Berliner Geschäftsmann. Seine Fühler reichen leider auch bis in die höchsten Sphären der Berliner Justiz. Bei der Durchsuchung einer seiner Immobilien stoßen sie auf eine große Anzahl von Skeletten von Kindern und Jugendlichen, unter anderem auch auf das Skelett von Claras Schwester, das aus dem Bremer Grab geraubt wurde. Trotz oder auch gerade wegen der Widerstände aus den eigenen Reihen, schafft das Vidalis-Team im letzten Moment, Claras Tochter zu retten, die das Monster entführt hatte und ihn dingfest zu machen.

Klappenbroschur, Knaur TB
400 S., 10,99 €
ISBN: 978-3-426-52112-0

Dr. Veit Etzold ist Autor von sieben Spiegel-Bestseller-Thrillern, die in sieben Sprachen übersetzt und rund eine Million Mal verkauft wurden. Er studierte internationales Management an der IESE Business School mit Stationen in Barcelona, New York, San Francisco / Silicon Valley und Shanghai. Er arbeitete für die internationale Strategieberatung Boston Consulting Group in Europa, Asien und den USA, Booz & Company, die Allianz Gruppe und als Berater für die globale Bergbaufirma Gaia Mineral Resources und die Investmentholding African Development Corporation in Ruanda, Hong Kong und Peking. Er ist Berater des Auswärtigen Amtes, Mitglied in unterschiedlichen Expertengruppen der Atlantikbrücke und Dozent für Geopolitik an der IESE Business School und an der Singapore Management University.

http://www.veit-etzold.de/