Bianka Echtermeyers Debüt ‚Netz aus Angst‘ kann sich durchaus sehen lassen. Erfrischend unkonventionell traut sie sich an das brandaktuelle Thema der Shitstorms gegen selbstbewusste, emanzipierte Frauen im Netz. Dunja Hayali hat kürzlich ein Buch über ganz ähnliche Erfahrungen herausgebracht, nur eben real und es stand nicht „Roman“ darunter.

Charlotte Schmidt, Mitte 30, ist Journalistin. Sie arbeitet als freie Mitarbeiterin für verschiedene Journale. Doch nun wittert sie ihre große Chance. Ihre Kollegin Hannah Klarenreich, in den Medien bekannt für ihre couragierte Haltung zur Frauenemanzipation, hat ihr einen Termin zu einem Interview gegeben. Doch Charlotte findet sie ermordet in ihrer Wohnung auf. In ihrem Schlafzimmer ist ‚Ich bin eine Hexe‘ an die wand gesprüht. Charlotte ist zunächst geschockt, sodass sie am liebsten Abstand nähme. Doch ihr Chefredakteur ermutigt sie, den geplanten Artikel über den Shitstorm gegen Hannah Klarenreich im Netz zu schreiben. Zumal sie als Zeugin engen Kontakt zum ermittelnden Kripobeamten hat. Gemeinsam recherchieren sie das Umfeld des Opfers. Auf den ersten Blick wirkt alles harmlos und unauffällig. Hannah war seit kurzem verlobt Der Freund des Verlobten ist ein Nachbar, der unter ihr wohnt. Beide scheinen aufrichtig um sie zu trauern. Charlottes Nachforschungen im Netz sind zunächst auch ergebnislos, da sich die wirklich harten Jungs in geschlossenen Foren treffen. Erst, als sie sich durch einen Trick und anonym, so denkt sie, in eines der Foren einschleusen kann, stößt sie auf eine Spur. Doch sie wird enttarnt. Kurz darauf wird in ihre Wohnung eingebrochen, die Einrichtung verwüstet und ihr Laptop gestohlen. Sie und ihre Artikel werden zunehmend von Hassmails bombardiert. Auch der Verlag, für den sie schreibt, gerät immer mehr in diese Strömung. Charlotte hat Angst und kommt zunächst zum Schutz in der Wohnung des ermittelnden Kripobeamten unter. Doch, da dies wegen des laufenden Verfahrens gegen die Regeln verstößt, schlüpft sie ausgerechnet in der Wohnung des vermeintlich so freundlichen und hilfsbereiten Nachbarn unter. Während die Nutzer der „Frauenhasser“ aus dem geschlossenen Forum ermittelt und verhört werden, wägt Charlotte sich in Sicherheit. In Hannahs Wohnung fand sich eine CD, auf der sie eine Art Tagebuch aufgenommen hatte. Arglos lässt sie diese CD dort abspielen. Doch der Inhalt gibt eindeutige Hinweise auf Motiv und den Täter, in dessen Wohnung sie sich gerade aufhält. Ein gnadenloser Wettlauf um Leben und Tod beginnt.

  • Taschenbuch
  • Midnight
  • 200 Seiten, 11,- €
  • ISBN-13 9783958192225

Bianka Echtermeyer, geboren 1975 in Warendorf, hat in Münster Geschichte, Politik und Öffentliches Recht studiert. Danach brachte ihr der deutsche Auslandsrundfunk die Deutsche Welle alles über Journalismus bei. 2008 zog sie für einen Job bei Brigitte Online nach Hamburg, wo sie auch heute noch lebt und inzwischen frei arbeitet. „Netz aus Angst“ ist ihr erstes Buch.