„Wir schnitzen uns Geschichte aus einer Totalität, die wir nicht erfassen können. Versehen das Ergebnis mit Etiketten-Namen. Dann sprechen wir von den Namen, als wären sie die Sache selbst.“ ‚Peripherie‘ ist definitiv einer der besten Sci-Fi-Romane, die ich je gelesen habe.

Die ‚Geschichte‘ spielt in einer nahen Zukunft in einer Kleinstadt in Amerika. Parallel und miteinander verbunden ist London 70 Jahre später. Während dieser zeitlichen Differenz findet (fand) eine globale Apokalypse statt, ausgelöst durch den Zusammenbruch der Weltmärkte, der 80 % der Menschheit zum Opfer fiel. Fynne, eine junge, hübsche und intelligente Frau lebt mit ihrer Familie, umgeben von Freunden, nicht gerade im Wohlstand. Es bedarf viel Aufwand, um zumindest, die von der Mutter benötigten Medikamente, aufbringen zu können. Als ihr Bruder Burton, der wegen posttraumatischer Störungen berentet ist, sie bittet, einen Gamerjob für ihn zu übernehmen, stimmt sie – wegen der Kohle – zu. Denn Fynne hasst brutale Games. Ihr beziehungsweise Burtons Job ist es, mit einem Fluggerät zwei Etagen eines Londoner Hochhauses zu überwachen und Paparazzi-Drohnen fern zu halten. Während Fynnes vermeintlichem Gamereinsatzes wird sie Zeugin des Mordes einer jungen Frau, die sie offenbar bewachen soll. Kurz darauf meldet sich ein angeblicher Personalchef einer Londoner Firma und befragt sie dazu. Zögerlich vermittelt er ihr, dass es sich nicht um ein Spiel handelte, sondern um die Wirklichkeit in London, die 70 Jahre in der Zukunft liegt. Da ihre Beobachtungen, denn sie kann den Mörder identifizieren, für das zukünftige London von enormer Wichtigkeit ist, bittet er sie um ihre Mitarbeit. Durch den enormen technologischen Fortschritt schafft das Londoner Team, dass sich um einen russischen Oligarchen schart, sie immer mal wieder ins zukünftige London zu holen. Dabei fließt als Gegenleistung viel Geld, soviel, dass es die amerikanische Wirtschaft beeinflusst. Doch die Londoner Bemühungen, den Mord aufzuklären, werden von einer unbekannten Größe torpediert, die offenbar auch Zugriff auf den Server hat, über den die Transaktionen stattfinden. Der Einfluss dieses Gegenspielers ist jedoch so groß, dass trotz massiver Sicherheitsvorkehrungen Fynnes Leben und das ihrer Familie erheblich gefährdet sind. Das ziel der Londoner ist es, auch wenn dies auf ihre Gegenwart keinen Einfluss mehr hat, den Finanzcrash abzumildern oder gar zu verhindern. Hüben wie Drüben wird mächtig an gigantisch futuristischen Waffen für eine Schlacht, die zeitgleich stattfinden soll, gebastelt. Doch das skurile Londoner Team, das echte Wurzeln im Amerika der Vergangenheit hat, bewahrt die Ruhe und gewinnt den Kampf. Es scheint die Apokalypse ist zunächst aufgeschoben. Aber ist sie auch aufgehoben?

Taschenbuch, Knaur TB
608 S., 16,99 €
ISBN: 978-3-426-52206-6

William Ford Gibson ist ein US-amerikanischer, in Kanada lebender Science-Fiction Autor. Bekannt wurde er mit seinem 1984 erschienenen Roman Neuromancer, der in diesem Jahr alle gängigen SF-Preise erhielt. In diesem Buch prägte er unter anderem den Begriff Cyberspace, der noch immer häufig für elektronische Netze wie das World Wide Web verwendet wird, sowie das Subgenre des Cyberpunk und den Begriff der Matrix, welche durch ein globales Informationsnetzwerk gebildet wird und so den Cyberspace ermöglicht.

Nun ja, wer sich auf die Zukunft vorbereiten möchte und dies lieber mit wirklichen Büchern tut, der hat die Möglichkeit, dies mit diesem Buch zu tun, denn wir verlosen drei Exemplare dieses herausragenden Werks. Einfach eine E-Mail an:

streetandvoices@gmail.com

mit dem Stichwort ‚Peripherie‘ schicken, Namen und Adresse nicht vergessen.

Wir bedanken uns bei Bastei Lübbe, der Rechtsweg ist wie immer bei Verlosungen ausgeschlossen.