V2A – das ist ein deutsch/britisches Duo, zwei expressive Musiker, die sich selbst als 316 (Mechanized) und 304 (Drone) bezeichnen. V2A sind anders, speziell, außergewöhnlich; fernab der Norm bewegt sich das EBM/Industrial Soundkonstrukt in einem nahezu surrealen, destruktiven und postapokalyptischen Klangszenario. Brachial, treibend und unwiderruflich nach vorne preschend, aber gleichermaßen atmosphärisch und rhythmisch.

„I don’t care what you think of me

your life is far too plain

who wants to be normal

you all look the fucking same!”

Klare Worte einer kompromisslosen Band, die diese in dem Song „Freakshow“ auch mehr als deutlich zum Ausdruck bringt. Nach fünf veröffentlichten Alben und ihren bisherigen Tourneen als Support für Szene-Bands wie u.a. Combichrist, Suicide Commando, Nachtmahr oder aber Stoneman holte die Band nun zum nächsten Schlag aus und präsentierte am 19. Oktober ihr neues Werk mit dem Titel „Gravity Killer“ via Out O Space Records.

Mit dem Intro „Fire and Blood“ geht die Reise los. Maschinengeräusche begleitet von Spoken Words wirken abgeklärt und cool. „V2A“ spielt mit den Irritationen, die sich beim Hören ausbreiten. Es ist nicht zu greifen, weil das Intro wie ein Ausschnitt eines größeren Ganzen wirkt. „F-Society“ begeistert anfangs mit den guten alten Breakbeats. Thematisch schließt sich dieser Titel dem Intro an und führt es aggressiv und bissig in ein Industrial Thema weiter zugunsten eines geradeaus laufenden Taktes. Noch schneller wird das recht melodiöse „Gravity Killer“. Das hat schon beinahe Synthiepopflair. Das ganze Gegenteil ist „Master Blaster“ hingegen ist böse und aggressiv und ganze Horden von dunklen Gestalten scheinen einem „Master-Blaster“ ins Ohr zu schreien. Dazu gibt es einen martialischen Turbo EBM Beat. Und so geht es weiter im Text, viel Zeit lassen V2A dabei leider weder sich noch ihren Hörern, denn nach nur knapp 35 Minuten ist „Gravity Killer“ bereits an seinem Ende angekommen. Die brachial, treibend und nach vorne preschend konzipierten Songs lassen die kurze Spielzeit außerdem im Nu vergehen und hinterlassen etliches, das wirklich hängen bleibt und sich im Ohr festsetzt.

Das neue V2A-Album beweist ihre große Bandbreite, die sie sich selbst auf die Fahnen schreiben. So wirken manchmal die EBM-Industrial Titel wie Ausreißer, das andere Mal die melodiösen Techno- und Synthiepopstücke. Doch das deutsch-britische Projekt hält diese Vielfalt auf dem Album gut zusammen auf einer Mittellinie bis auf das letzte Stück, was arg aus dem Rahmen fällt, wobei es kein schlechter Titel ist — im Gegenteil. Das Album beginnt im Grunde in einem ganz anderen Stil, als es endet und eigentlich viel zu schnell und früh. Insgesamt lässt sich das Album sehr gut hören, abwechslungsreich, wie es ist. Jedenfalls ein Album mit großer Bandbreite und enormer Wucht!

Photos Sean Michael

https://www.youtube.com/watch?v=zsNcVf31CdY

https://www.facebook.com/v2amusic/

http://www.v2a.co.uk/