Das Waliser Rocktrio THE JOY FORMIDABLE macht mit seinem gerade erschienenen vierten Album “AAARTH” einen weiteren großen Schritt nach vorn. Angetrieben von ihrer Rastlosigkeit und Neugier zeigt sich die Band angekommen in der originellen und aggressiven Gitarrenmusik mit sehr schönen Ausflügen in benachbarte Genres- dieses zeigt sich auch anhand etlicher Live-Konzerte! Nicht ohne Grund bespielen THE JOY FORMIDABLE inzwischen weltweit die größten Bühnen wie erst kürzlich das ausverkaufte Meltdown Festival im UK.

Gleich mit dem ersten Song des neuen Albums der walisischen Band wird deutlich, wo die Band hin will. Er bricht über einen herein, mit waghalsiger Experimentierfreude und explosivem Charakter. Das ist Musik als pure, kraftvolle Emotionalität. Und es wird sofort klar, dieses Album wird eine deutliche Weiterentwicklung darstellen, es fesselt von Beginn.

The Joy Formidable stehen, wie bereits gesagt, seit über zehn Jahren auf den großen Bühnen und nach einer Handvoll veröffentlichten Alben hört man in „AAARTH“ sofort, dass hier Musiker am Werk sind, die genau wissen was sie tun, aber einfach keine Lust mehr auf Standard, 08/15 und Vorhersehbarkeit der Musikszene haben. „Y Bluen Eira“, der erste Song der Scheibe, lässt einen erstmal glauben, die Aufnahme wäre bei einem soundcheck entstanden, doch dann folgt eine gewaltige Steigerung  in deren Mitte heftigen Gitarrenriffs und pulsierenden Drums rücksichtslos auf den Zuhörer/die Zuhörerin einprügeln, es stellt sich allerdings dabei das seltsame Gefühl ein, sich lange nicht mehr dermaßen lebendig gefühlt zu haben.

Hinter dem breiten und immensen Klangteppich werden sicher mehr als nur drei Musiker vermutet. Das liegt sicherlich an dem sehr guten punktuellen Einsatz von Synthesizern und experimentellen Sounds. Allerdings weiß Ritzy Bryan, Kopf und Sängerin der Gruppe, ihre Stimme nicht als aufdringliches und vordergründiges Element einzusetzen, sondern schmiegt sie homogen wie ein zusätzliches Instrument in die Arrangements ein.
Das Artwork visualisiert extrem gut das komplette Album. Es ist bunt, beinhaltet sämtliche Formen, zeigt Tiere und Fabelwesen, ist komplett chaotisch und birgt dennoch seine ganz eigensinnige Ordnung. So gibt es neben den überwiegend treibenden Songs auch kleine Oasen wie „All In All“ oder „Abscence“, die zum Zurücklehnen und Träumen einladen.
„AAARTH“ ist jedenfalls ein guter Beweis dafür, dass das musikalische Rad nicht neu erfinden werden muss, um einen zeitgemäßen und zugleich außergewöhnlichen Sound zu kreieren. Es reicht schon, das Beste aus Bestehendem zu nehmen und sein eigenes geordnetes Chaos dazu zu werfen. Eine wirklich gelungene Scheibe, die ich sicher noch öfter hören werde und mir jetzt schon vornehme, The Joy Formidable bei der nächsten Tour auch live anzuschauen.

Online:

https://www.youtube.com/watch?v=VpJfuIcTQUU

https://www.youtube.com/watch?v=haktGTrtdx0&feature=youtu.be

https://www.youtube.com/watch?v=I31IUG_PJcM&feature=youtu.be

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