Mitten in der Nacht wird Max von seiner Mutter geweckt. »Seid still«, sagt sie weinend, als sie den Zehnjährigen und seine vier Jahre alte Schwester Ellie in einen Wandschrank sperrt. »Geht zu Opa …«, hören die Kinder sie noch flüstern, dann fliegt krachend die Haustür auf. Ihre Mutter schreit. Ellie weint. Um sie zu beruhigen, erzählt Max ihr die Geschichte vom Märchenwald. Während Max und Ellie auf dem Weg zu ihrem Großvater sind, erwacht auf dem Alexanderplatz eine junge Frau blutüberströmt und ohne Gedächtnis. Im Wedding wird in einer Wohnung ein 58-jähriger Lehrer im Ruhestand tot aufgefunden, Herzinfarkt. Der Rettungsassistent findet auf der Suche nach Bargeld in der Kühltruhe gewürzte und gebratene Leichenteile. Dieser tote war bei den Nachbarn und Verwandten beliebt wegen der großzügigen Einladungen zu selbstgemachten, schmackhaften Mahlzeiten. Die Mordermittler Paul Kalkbrenner und Sera Muth vor dem rätselhaftesten Fall ihrer Karriere. Und der Märchenwald birgt nichts Gutes.

Die Ermittlungen führen Kalkbrenner in die Abgründe menschlicher Bedürfnisse, die sich wahrscheinlich kein Tier dieses Planeten ausdenken könnte, Martin Kirst erzählt unaufgeregt und detailliert von der „Dark Side of Life“. Dabei beschreibt er temporeich und nüchtern den aktuellen Zustand Berlins – Warschauer Straße, Görlitzer Park, Alexander Platz – Orte die auch im wirklichen Leben eine hohe Wachsamkeit erfordern.  Hervorragend, eine kurzweilige Leseempfehlung!

Martin Krist

Martin Krist ist das Pseudonym des erfolgreichen Autors Marcel Feige. Geboren 1971, arbeitete er als leitender Redakteur bei verschiedenen Zeitschriften und lebt seit 1998 als Schriftsteller in Berlin.

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